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Mit Schaffranek zum Salzburger Adventssingen

Ein vielseitiges Programm erwartete auch diesmal die Teilnehmer an der Schaffranek-Kulturfahrt zum Adventssingen nach Salzburg, wobei zweifelsohne die Aufführung im Festspielhaus und ein Abstecher zum wunderschönen Weihnachtsmarkt im Park von Schloss Hellbrunn zu den Höhepunkten zählten.

Die Wurzeln des Salzburger Adventssingen reichen bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts zurück. Sein Erfinder Tobi Reiser, begnadeter Musikant, Sänger und Heimatpfleger, traf sich an einem kalten Adventabend des Jahres 1946 mit Sängern und Musikanten, um der gefallenen oder vermissten Freunde zu gedenken. Es war eine stille, andächtige Feier, getragen von vertrauten Liedern und Weisen, religiöser Volksfrömmigkeit und überlieferten Bräuchen. Etwa 40 Zuhörer hatten sich seinerzeit in den ungeheizten Räumen des Gemeinschafterheims zusammengefunden.

Im Laufe der Jahre wurde der Zuhörerkreis rasch größer. 1950 fand die erste offizielle Veranstaltung im Kaisersaal der Residenz statt. Doch auch dieser Rahmen konnte das begeisterte Publikum bald nicht mehr fassen. Deshalb übersiedelt das Salzburger Adventsingen im Jahr 1952 in die Aula Academica der Universität.

Die in ihrer Art wohl einmalige, von salzburgischen und bayrischen Musikanten, Sängern und Schauspielern getragene Veranstaltung fasziniert mehr und mehr Besucher. 1960 kam der Augenblick, da der Sprung ins Große Festspielhaus gewagt wurde. Spätestens seit dieser Zeit ist das Salzburger Adventsingen nicht nur die bedeutendste Veranstaltung im Salzburger Advent, sondern eine international bedeutende Institution. Mitte der siebziger Jahre sterben die beiden Protagonisten Tobi Reiser d. Ä. und Karl Heinrich Waggerl. 

Nach dem Tod von Tobias Reiser dem Älteren Mitte der 70er Jahre begann unter Tobias Reiser dem Jüngeren eine neue Ära. Behutsam versuchte er eine Weiterentwicklung, einen Brückenschlag von der Tradition zum Zeitgeist. Mit klassisch–modernen Bühnenbildern, eindrucksvoller Lichtregie, volksmusikalisch neu interpretierten Kompositionen und gut durchdachten Texten entstand eine neue Form des Salzburger Adventsingens, welches inzwischen alljährlich rund 36 000 Besucher begeistert.

Nach dem plötzlichen Tod von Tobias Reiser dem Jüngeren im Jahre 1999 übernahmen Hans Köhl und Stefan Sperr als Vorstände des Veranstalters Salzburger Heimatwerk und als langjährige Weggefährten die Gesamtleitung. Sie führen dieses einzigartige Erbe „Salzburger Adventsingen“ gemeinsam mit kompetenten Künstlern und der großen Schar von über 200 Mitwirkenden erfolgreich weiter.

2017 spielte ein blinder Hirte die zentrale Rolle. Er weiß um die Prophezeiungen von Micha und Jesaja aus dem Alten Testament und ahnt die nahende Ankunft des Erlösers. Durch die Blindheit sind seine anderen Sinne besonders geschärft, es scheint, als könne er Gedanken lesen, Bilder und Botschaften wahrnehmen, die uns Sehenden verborgen bleiben. Der blinde Hirte, welcher - um nach Exupéry zu sprechen - besonders gut mit dem Herzen sieht, wird von jungen Hirtinnen und Hirten begleitet. Gemeinsam begegnen sie Maria und Josef und erleben die Ankunft des Erlösers auf besonders eindrucksvolle Weise. 

Das musikalische Werk von Shane Woodborne beinhaltet neben gefühlvoll strukturierten Kompositionen  drei beeindruckende Kantaten, die sich auf biblische Prophezeiungen Jesajas beziehen und auch Gedanken des blinden Hirten widerspiegeln. Traditionelle Lieder und Weisen genießen auch bei diesem Salzburger Adventsingen einen besonderen Stellenwert. Dafür garantieren die Solistinnen und Solisten, der Salzburger Volksliedchor, der Mühlviertler Dreier und das Mühlviertler Vokalensemble, das Salzburger Saitenmusikensemble, die Salzburger Geigenmusik, das Bläserensemble Juvavum Brass, das Salzburger Blattbläserensemble und natürlich die Publikumslieblinge, die Salzburger Hirtenkinder.